Slumhütte

 

Warum braucht unsere Schule eine Slumhütte?

Von der 6.Klasse gestaltet und von der 8a Klasse inhaltlich bestückt, steht seit geraumer Zeit eine Slumhütte im Eingangsbereich des Franziskanergymnasium.



Was brauchen wir die da? So wird sich mancher von euch gedacht haben. Mit der kann „man“ spazieren gehen, fangen spielen, wenn die hinteren Wände kaputt sind. Ich muss sie nicht besonders beachten, da sie ja nur aus Müllkarton gemacht ist. Da wird ja nichts kaputt, oder doch?

Das Hungertuch von SokeyEdorh, das seit Beginn der Fastenzeit im Meditationsraum zu sehen ist, zeigt ein Gewirr von Hütten und Menschen, das der Situation derjenigen entspricht, die im Slum leben müssen. Dort, wo sie wohnen, gibt es weder geordnete und geradlinige Wege noch geplante Siedlungen. Hütte und Wellblechverschlag reihen sich an Hütte und Wellblechverschlag – ohne erkennbare Ordnung.

Mit dem Hungertuch greift MISEREOR eines der zentralen Themen christlicher Lebenspraxis auf. Wie sollen wir uns heute in unserer globalisierten Welt verhalten? Wir haben gelernt, wie verwoben die Dinge miteinander sind. Was sich irgendwo auf der Welt tut, hat weitreichende Folgen. Unter Umständen für das Gesamte. Was sagt uns in einer solchen Zeit Jesu grundlegende ethische Anleitung für das Leben und Überleben: „Was ihr für die geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ und: „Was ihr für sie nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan“.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen lebt jeder sechste Mensch in einem Slum. Das heißt, dass es weltweit rund eine Milliarde Menschen gibt, die in Slums leben. Wenn Edorh mit seinem Hungertuch auf diese Situation aufmerksam machen möchte, so wollen auch wir durch diese Slumhütte besonders in der Fastenzeit zum Nachdenken anregen:

  • …damit uns klar wird, dass es nicht allen Menschen so gut geht wie uns.
  • …damit uns klar wird, dass wir das Glück der Geburt im Wohlstand haben.
  • …damit uns klar wird, dass andere dieses Glück nicht haben.
  • …damit uns klar wird, in welchem Elend hunderte Millionen Menschen rund um die Erde Tag für Tag existieren müssen.
  • …damit uns dies alles zum Denken anregt.

 

Renate Ebenbichler, Ingrid Jehle