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Waltzing Atoms II - Die 6b nahm heuer bei Waltzing Atoms Mystery Challenge teil.

Dieses Jahr gab es zum zweiten Mal die Möglichkeit, mit einem kurzen Video am Wettbewerb „Waltzing Atoms Mystery Challenge“ teilzunehmen. Nachdem die heurige 7b letztes Jahr den 1. Preis gewonnen hatte, nahm auch die heurige 6b die Herausforderung an.
Da wir im Chemieunterricht gerade das Thema „Atombindungen“ besprochen hatten, schlug ich den Schülerinnen und Schülern vor, die Eigenschaften von Molekülen mit polaren und unpolaren Atombindungen in einem kurzen Film darzustellen, z.B. anhand von Wassermolekülen und Kohlenwasserstoffen, den Bestandteilen von Erdöl. Zunächst herrschte fünf Sekunden lang Schweigen. Dann schnellten mehrere Arme gleichzeitig in die Höhe: „Ich bringe eine Kamera und eine Drohne mit.“ „Ich kann das Video schneiden.“ „Wir könnten die Moleküle selbst darstellen und basteln uns Hüte mit Wassermolekülen drauf!“ „Wir machen gerade einen Tanzkurs und könnten die Teilchen tanzen lassen. Sie verstehen schon, Frau Professor: Waltzing Atoms!“ Überwältigt von so viel Begeisterung und guten Ideen war klar: wir machen auch dieses Jahr wieder mit!
In der darauffolgenden Doppelstunde überraschten mich die Schülerinnen und Schüler mit wunderschönen Molekül-Hüten. Maria Stern, unsere Lehrerin für Bildnerische Erziehung, hatte ihnen alle dafür notwendigen Materialien in der Mittagspause zur Verfügung gestellt. Dafür meinen herzlichen Dank! Und schon begann der erste Dreh. Zur Darstellung der thermischen Teilchenbewegung drehten sich die als Wassermoleküle verkleideten Schülerinnen und arrangierten sich zu einem Wassertropfen. Daraufhin erschien ein Hexan-Molekül (Erdöl-Bestandteil) und näherte sich dem Wasser. Da Erdöl hydrophob, also wasserabstoßend ist, bildet sich eine Grenzfläche zwischen Wasser und Hexan. Im Video halten daher die Wassermoleküle und das Hexan einen gebührenden Abstand zueinander. Die Szene wurde mehrfach geprobt, denn die Moleküle sollten ja nicht nur optisch ansprechend in Szene gesetzt werden, sondern sich auch noch „fachlich korrekt“ verhalten. Gefilmt wurde sowohl auf Augenhöhe als auch von oben, damit DarstellerInnen und Molekülsymbole perfekt zu sehen sind.
Da das diesjährige Wettbewerbs-Motto „Chemistry&Nature: Mach die Zusammenhänge deutlich“ lautete, sollten im zweiten Filmteil die Auswirkungen der Eigenschaften von Wasser und Erdöl auf die Natur demonstriert werden. Während der Versuch mit Hilfe eines selbst gemixten „Erdöls“ optimiert wurde, zeichneten andere SchülerInnen Bohrinseln, Öltanker, Fische und Vögel oder entwarfen den Text für die sprachliche Dokumentation.
Wer nun denkt, damit sei der Chemiefilm bereits im Kasten, der täuscht sich. Nun kam der Vorgang des Kombinierens und Schneidens der einzelnen Szenen. Anschließend wurden diese fachlich erläutert und mit Hintergrundmusik unterlegt. Erst dann war der Film fertig zur Einreichung.
Nun warten wir gespannt, wie die Jury aus WissenschaftlerInnen der TU München, dem Bildungsministerium und der Industrie unser Video bewertet. Gewonnen haben wir jedoch in jedem Fall: Erfahrung und Erkenntnisse nicht nur in der Chemie, sondern auch in der Verwendung moderner Technik, gelebter Kunst und Organisation.
Ihr möchtet unser Video sehen? In eure Suchmaschine „Waltzing Atoms Gymnasium Franziskaner“ eingeben oder folgenden Link verwenden: https://www.youtube.com/watch?v=MLl_APyHHHA

Text: Ilka Prowatke
Fotos: Ilka Prowatke, Lorenz Gundolf
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. Mai 2018 um 10:43 Uhr