Auf der Suche nach Antworten

von Öff. Gymnasium der Franziskaner Hall in Tirol
13. Juni 2026

Exkursion der 7b & 8a zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen & ins Kunstmuseum Lentos

Bereits um 05:00 Uhr waren die Klassen 7b und 8a  mit den beiden Begleitlehrerinnen, Prof. Eva Widmann und Prof. Andrea Kronberger, beim Franziskanergymnasium in Hall gestartet. Nach einer langen Busfahrt, bestens betreut von unserem Busfahrern Werner und seinem Kollegen, kam die Gruppe pünktlich um kurz vor 09:00 Uhr bei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an und konnte sich in Ruhe auf die folgende Führung vorbereiten.
Für die Führung wurden die beiden Klassen auf zwei Gruppen aufgeteilt, anschließend starteten die beiden Gruppen mit den beiden Guides und je einer Lehrperson zu der rund zweistündigen Führung bei eiskaltem Wetter. Leider konnte die „Todesstiege“ nicht begangen werden, weil das Unwetter vom Vortag eine Begehung unmöglich gemacht hatte.
Die Schülerinnen und Schüler des Franziskanergymnasiums wurden von den Guides für ihre umfassenden Vorkenntnisse gelobt, und sie beteiligten sich aktiv an allen Übungsaufgaben und Diskussionen, vor allem bei der Analyse von diversen Bildquellen waren sie besonders interessiert und engagiert. Nachdem das weitläufige Areal und die speziellen Innenräume ausführlich besichtigt worden waren, erkundeten sie die KZ-Gedenkstätte Mauthausen noch circa eine Stunde lang auf eigene Faust. Auf der Suche nach Antworten für das Unfassbare, das mit dem Gedenkort verbunden ist, hatte dabei jede Schülerin und jeder Schüler die Gelegenheit, nach eigenem Interesse das Erfahrene und Erlebte zu vertiefen.
Um circa 13:00 Uhr ging es weiter nach Linz, auf Grund unseres umfangreichen Programms wurde im Bus gejausnet. Nach der Ankunft in Linz erhielten die Schüler eine Stunde Zeit, um sich die Umgebung des Kunstmuseum Lentos anzusehen. 
Um 15:00 starteten wir die circa zweistündige Führung durch das Kunstmuseum Lentos, wobei vor allem die Kunstwerke im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus im Zentrum standen. Leider bietet das Museum keine allgemeinen Führungen für Schulklassen an. Aus diesem Grunde hatten sich die beiden Lehrpersonen entsprechend vorbereitet und die Schülerinnen und Schüler mit der Bildenden Kunst und Literatur im Zusammenhang mit der NS-Zeit vertraut gemacht. Bei der Führung durch das Museum konnten die Inhalte entsprechend veranschaulicht und vertieft werden. Die Schüler waren vom Museum und den vielfältigen Exponaten und Zugängen beeindruckt, obwohl ihnen der Zugang zur modernen Kunst zunächst schwerfiel. Offen waren sie vor allem für die Kunstwerke der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Problematisch wurde von vielen auch empfunden, dass das Museumspersonal sehr unfreundlich war und die Schüler wie Eindringlinge behandelte, die jederzeit bereit seien, die Kunstwerke zu beschädigen. Ganz im Gegenteil hatten sich die Schülerinnen und Schüler der 7b und 8a jedoch sehr vorbildlich benommen und viele interessante Fragen gestellt, um auch das Gesehene und Gehörte in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit der Kunst zum und vom Nationalsozialismus in Beziehung zu setzen. Der Besuch des Museums wurde so zu einer ersten Reflexion über das Erlebte in Mauthausen genutzt.
Um 17:00 Uhr holten uns unsere Busfahrer beim Museum ab und wir brachen in Richtung Tirol auf. In der Nähe von Salzburg unterbrachen wir die Heimreise noch einmal, um uns in einer Pizzeria bei einem gemeinsamen Abendessen zu stärken. Wir nutzten das gemeinsame Abendessen, um das Erlebte zu reflektieren und einzuordnen.
Nach einer ruhigen Fahrt kamen wir um 22:01 Uhr, wie geplant, beim Franziskanergymnasium an, wo die Eltern bereits warteten. 

Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler lässt sich das Erlebte wie folgt zusammenfassen: Am 24. Oktober 2025 unternahmen wir, die 7b- und die 8a-Klasse, eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Oberösterreich. Ziel der Fahrt war es, sich mit einem der schwierigsten Kapitel der österreichischen Geschichte auseinanderzusetzen und so unser Verständnis im Hinblick auf den Nationalsozialismus zu stärken.
Vor Ort erhielten wir eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager, bei der wir viel über die Lebensbedingungen der Häftlinge, die grausamen Arbeits- und Haftbedingungen sowie die Geschichte des Nationalsozialismus erfuhren. Besonders in Gedanken geblieben ist mir die sogenannte „Todesstiege“, leider nur aus der Ferne auf Grund des Unwetters vom Vortag, und der Gesamteindruck des Konzentrationslagers als "Hochsicherheitsgefängnis". (Gernot Lehner, 7b)
Mit dem Betreten des KZ Mauthausen hatte ich schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Die Stimmung war schon am Anfang sehr bedrückend, der Ort wirkte düster, kalt, leblos. Früheres Leid war irgendwie spürbar. Ich hatte das Gefühl, dass ich so schnell wie möglich von diesem Ort wegmusste, vor allem die Fakten, die die Führerin nannte, haben mich sehr schockiert. Für mich war es unvorstellbar, dass Kranke einfach in noch unmenschlichere, schwindligere, kalte Unterkünfte zum Sterben gebracht wurden. (Elisabeth Schiestl-Swarovski, 8a)


Text und Fotos: Prof. Andrea Kronberger