Zwei Länder - viele Begegnungen

von Öff. Gymnasium der Franziskaner Hall in Tirol
05. November 2026

Zwei Länder, viele Begegnungen, unerwartete Erfahrungen

Ein Schülerinnenaustausch mit vielen Facetten

Im Rahmen von Erasmus+ verbrachte unsere Schülerin Teodora zu Beginn dieses Schuljahres zwei Wochen an unserer Partnerschule in Nancy – eine besondere Lern- und Lebenserfahrung, die sie bestimmt nicht so schnell vergessen wird. Warum diese Zeit für sie unvergesslich war, erzählt sie im folgenden Bericht.

 

Nancy sehen und ... streiken?

Bei meinem Aufbruch nach Frankreich wusste ich natürlich nicht genau, was mich erwarten würde. Ich hatte mich schon sehr auf die Zeit gefreut, aber dass ich so viele tolle Menschen kennenlernen und so viel erleben würde, hätte ich nicht gedacht. Die erste Woche war einfach super! Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und unglaublich viel Französisch gesprochen. Besonders cool fand ich, dass ich nicht nur mein Schulfranzösisch verbessern konnte, sondern auch jede Menge Jugendwörter gelernt habe: von „wesh“ über „t'inquiète“ bis „ouf“. „ T'inquiète“ finde ich besonders lustig, denn die Franzosen haben „ne t'inquiète pas" (mach dir keine Sorgen) zu „t'inquiète" (mach dir Sorgen) abgekürzt. Also hört man die ganze Zeit, dass man sich Sorgen machen soll, aber sie meinen genau das Gegenteil.

Die zweite Woche war allerdings ganz anders als erwartet. Durch die Schülerproteste wurde die Stimmung zunehmend angespannter. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal selbst Tränengas in der Luft spüren würde. Zum Glück waren wir nicht direkt in der Nähe und ich habe nichts abbekommen, aber ich habe gespürt, dass die Luft anders war und meine Augen ganz leicht brannten.

Natürlich verstehe ich die Schüler*innen und auch, warum sie protestieren. Soweit ich mitbekommen habe, sind die schulischen Bedingungen in Frankreich eher schlecht. An meiner Gastschule war es so, dass einige Jugendliche aufgrund eines Lehrkräftemangels mehrere Jahre lang keinen Französischunterricht hatten. Die Voraussetzungen das Baccalauréat (die Matura) erfolgreich zu absolvieren sind daher nicht gerade ideal. Es gibt aber auch friedliche Demonstrationen, von denen man kaum etwas mitbekommt, da alle nur über die extremen Ausschreitungen sprechen, wie zum Beispiel das Inbrandsetzen von Autos und Müllcontainern oder das Einschlagen auf Busse, das ich mit eigenen Augen gesehen habe.

Dies hautnah mitzuerleben, war natürlich eine Erfahrung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Trotzdem hat mir gerade diese Situation einen ganz anderen Blick auf Frankreich ermöglicht. Ich habe nicht nur die Sprache und Kultur kennengelernt, sondern auch erlebt, wie politische Konflikte den Alltag der Menschen beeinflussen können. Am Ende nehme ich viele schöne Erinnerungen, neue Freundschaften und definitiv mehr als nur ein paar neue französische Wörter mit nach Hause.

 

Auf der Rückreise wurde Teodora von ihrer Austauschpartnerin Sasha begleitet, die anschließend zwei Wochen lang bei uns die Schulbank drückte und dabei Tirol, unsere Schule und den österreichischen Alltag kennenlernen durfte. Auch sie berichtet darüber, wie sie ihre Zeit erlebt hat:

 

From lost to local: My exchange in Austria

I am a French exchange student who has been staying in Austria for two weeks and I would like to share my experience with you. First of all, before coming to Austria I was a little scared. Being an exchange student can be stressful especially when you are part of an individual program. You have no idea if your exchange family will be nice or even if you will integrate yourself in your new school… But once I arrived in Tyrol all those fears vanished. I discovered an incredible exchange family and a very welcoming school. (The only thing is I have no idea how Austrians can survive in this cold and yet it’s not even winter!) 

My first day at school went well. Since then, I have met a lot of very nice people, and I am also really surprised about how the school system is different. There are some similarities with the French school system, but I enjoy seeing that they are different in many ways. 

In school or in your exchange family it can be difficult when the people around you speak a language that you don’t really understand especially when you are in an individual exchange. However, what I like about people in Austria is that most of them can speak English, so in everyday life I have no problem communicating with friends or shop assistants, for example. 

I am amazed by how the towns and villages here are surrounded by mountains and I believe that the views make the morning walk to the train station more bearable. 

To conclude, I just want to say that I recommend being an exchange student and I’d like to thank everyone for welcoming me so well!


Text: Teodora Pavlovic (7A); Gastschülerin Sasha (kurz vor ihrer Abreise im Oktober 2026) 
Fotos: Teodora Pavlovic (7A)